Das Wort Kryptographie leitet sich von den griechischen Wörtern kryptós, was so viel wie "verborgen" bedeutet, und gráphein, was "schreiben" bedeutet, her. Die Kryptographie ist die Lehre vom Ver- und Entschlüsseln von Nachrichten. Kryptographie ist eine Teildisziplin der Kryptologie, welche zusätzlich noch die Kryptoanalyse umfasst, die sich damit beschäftigt, Verschlüsselungen zu brechen und Schwächen von kryptographischen Verfahren zu entdecken.

Kryptographie wird bereits seit Tausenden Jahren praktiziert. Die Idee dabei ist, eine Nachricht mit Hilfe eines Verfahrens - des Algorithmus - und eines Passworts - des Schlüssels - in einen Geheimtext umzuwandeln. Dieser Geheimtext kann dann über einen unsicheren Kanal, zum Beispiel einen Boten, der abgefangen werden kann, zum Empfänger übermittelt werden. Durch die Verwendung des gleichen Verfahrens und dem zugehörigen Passwort ist es dem Empfänger möglich den Geheimtext in die ursprüngliche Nachricht umzuwandeln. Fängt jemand, für den die Nachricht nicht bestimmt ist, den Geheimtext ab, kann er mit diesem ohne das Verschlüsselungsverfahren und das Passwort nichts anfangen.

1883 stellte der Linguist und Kryptologe Auguste Kerckhoff das Kerckhoffsche Prinzip auf. Demzufolge sollte die Sicherheit eines kryptographischen Systems von der Geheimhaltung des Schlüssels abhängen und nicht von der Geheimhaltung des Algorithmus. Gründe hierfür sind unter anderem, dass sich ein Schlüssel viel leichter geheim halten lässt. Bei einer ungewollten Kompromittierung des Algorithmus lässt sich dieser nur sehr schwer austauschen und durch einen anderen ersetzen.

Durch die Nutzung von Computern stehen der Kryptographie völlig neue Möglichkeiten offen. Wo früher Texte per Hand oder mit mechanischen Geräten ver- und entschlüsselt werden mussten, können Computer oder speziell dafür entworfene Mikrochips diese Aufgabe sehr viel schneller erledigen und ermöglichen dadurch sehr viel komplexere Algorithmen.

Die moderne computergestützte Kryptographie, maßgeblich beeinflusst durch Claude Shannon mit seinem 1949 veröffentlichten Artikel Communication Theory of Secrecy Systems, setzt vermehrt, wie von Kerchhoff gefordert, auf offene Algorithmen und einen freien wissenschaftlichen Wettbewerb zu Entwicklung sicherer Algorithmen und zur Aufdeckung von Schwächen bereits vorhandener Algorithmen.

So hat das US-Amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) schon mehrfach Wettbewerbe ausgerufen, um offene, standarisierte und sichere Algorithmen hervorzubringen, welche auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen sollen. Daraus sind unter anderem die kryptographischen Algorithmen DES und AES sowie die Hash-Algorithmen SHA-1 und SHA-2 sowie demnächst SHA-3 entstanden.