RSA-Kryptosystem ausprobieren
RSA ist das erste öffentlich bekannte asymmetrische Kryptosystem, welches zum Verschlüsseln und Signieren von Nachrichten dient. Die Grundidee basiert auf dem Diffie-Hellman-Schlüsselaustauschverfahren. RSA wurde 1977 von Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman entwickelt. Der Name leitet sich von den ersten Buchstaben der Nachnamen der drei Entwickler ab. RSA wurde 1983 zum Patent angemeldet. Dieses Patent ist im Jahr 2000 ausgelaufen.

RSA basiert darauf, dass sich das Produkt zweier großer Primzahlen leicht berechnen lässt, es jedoch sehr aufwändig ist, diese Primzahlen zu berechnen, wenn man nur ihr Produkt kennt (Faktorisierungsproblem).

Wie bei allen asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren muss zunächst ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem öffentlichen (public key) und einem privaten oder geheimen Schlüssel (private key), erzeugt werden. Erzeugt beispielsweise Alice ein Schlüsselpaar, behält sie den privaten Schlüssel für sich. Den öffentlichen Schlüssel kann sie jedem, der ihr eine Nachricht zukommen lassen will, über einen öffentlichen, nicht geheimen Kanal zukommen lassen. Will Bob jetzt Alice eine Nachricht zukommen lassen, verschlüsselt er diese mit Alices öffentlichem Schlüssel. Diese Nachricht kann nun nur noch Alice selbst mit ihrem privaten Schlüssel entschlüsseln. Kein Angreifer und auch Bob selbst nicht kann dies tun.

Die Sicherheit von RSA hängt maßgeblich von der Länge des Schlüssels ab. Die Firma RSA Security schreibt regelmäßig Preisgelder für das Faktorisieren großer Schlüssel aus. Zuletzt wurde Anfang 2010 bekannt gegeben, dass ein internationales Forscherteam einen 768-Bit langen RSA-Schlüssel faktorisiert hat (siehe eprint.iacr.org/2010/006). Die Berechnung hat zweieinhalb Jahre gedauert und wurde auf einem Cluster aus mehreren Hundert Rechnern durchgeführt. Die Forscher schätzen ab, dass RSA-1024 in 10 Jahren knackbar ist und schlagen vor, zukünftig nur längere Schlüssel zu verwenden.