Die Steganographie ist eine Teildisziplin der Kryptologie und grenzt sich von der Kryptographie ab. Ziel der Kryptographie ist es, Nachrichten für Personen unlesbar zu machen, für die diese nicht bestimmt sind. Jedoch ist dabei für Außenstehende immer sichtbar, dass eine Kommunikation stattfindet.

An dieser Stelle setzt die Steganographie an. Steganographie leitet sich von den griechischen Wörtern "steganos" (verdeckt) und "graphein" (schreiben) her. Ziel ist es, nicht den Inhalt der Kommunikation zu verschlüsseln, sondern das Stattfinden der Kommunikation an sich zu verschleiern.

Der Nutzen von Steganographie wird im sogenannten Gefangenenproblem deutlich. Alice und Bob sitzen in verschiedenen Gefängniszellen und wollen einen Ausbruch planen. Die einzige Möglichkeit zur Kommunikation, die sie haben, ist, sich gegenseitig Briefe zu schicken. Diese Briefe werden jedoch vom Gefängniswärter kontrolliert. Sollte in einem Brief etwas Verdächtiges stehen, wird dieser nicht zugestellt. So würde verschlüsselte Kommunikation nicht ausreichen, da diese entdeckt werden würde. Die eigentlichen Nachrichten, die zugestellt werden sollen, dürfen für den Wärter nicht erkennbar sein.

Steganographische Verfahren sind ebenso alt wie solche der Kryptographie. So wurden in der Antike Sklaven der Kopf geschoren und die Nachricht auf die Kopfhaut tätowiert. Wenn die Haare nachgewachsen waren, wurde der Sklave zum Empfänger geschickt. Dieser hat den Sklaven erneut geschoren und konnte die Nachricht lesen.

Andere steganographische Techniken sind zum Beispiel die Verwendung von unsichtbarer Tinte oder von einem doppelten Boden in einer Kiste.

Wie auch bei der Kryptographie bietet die Nutzung eines Computers sehr viel Möglichkeiten für die Steganographie.